Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden
Seite 5 von 6
TaylorMade-adidas Golf hat sich in einem schwierigen Golfmarkt gut behauptet.
Werden Sie diese Leistung auch 2009 fortsetzen können?
Im Rückblick auf das Jahr 2008 ist der volle Umfang des Erfolgs von TaylorMade-adidas
Golf unübersehbar. Der Umsatz ist währungsbereinigt um 7 % gewachsen,
während die meisten wichtigen Wettbewerber Rückgänge hinnehmen mussten.
Diese positive Entwicklung von TaylorMade-adidas Golf beweist, dass es selbst in
schwierigen Zeiten immer auch Wachstumsmöglichkeiten gibt. Im Jahresverlauf
haben wir unsere Marktführerschaft in der wichtigen Kategorie Metallhölzer in
jedem unserer wichtigsten Märkte weiter ausgebaut. In Nordamerika liegen
wir inzwischen beim Marktanteil um mehr als zehn Prozentpunkte vor unserem
nächsten Wettbewerber, was dem fabelhaften Erfolg der neu eingeführten
Driver Burner® und Tour Burner® zu verdanken ist. Außerdem haben wir 2008
solide Fortschritte bei Golfbällen und Puttern verzeichnet, unter anderem durch
die höchst erfolgreiche Einführung unseres TP Tour Golfballs und der Spider
Putterfamilie, die in diesen Kategorien zu einem sprunghaften Anstieg der Bruttomarge
geführt haben.
Die Golfbranche hat im Jahr 2009 meiner Meinung nach einen steinigen Weg
vor sich. Dennoch bieten sich viele Chancen, Marktanteile und Aufmerksamkeit
der Konsumenten zu gewinnen. TaylorMade wird 2009 auf dem enormen Erfolg
der Burner® Golfschlägerserie aufbauen und neue Burner® Eisen auf den Markt
bringen. Unser neuer revolutionärer R9™ Driver ist in nur wenigen Wochen zum
meistgespielten Driver auf der European Tour geworden. Mit der Akquisition von
Ashworth haben wir unser bestehendes adidas Golf Angebot an leistungsorientierter
Hightech-Bekleidung um eine authentische Golf-Lifestyle-Marke ergänzt.
Damit sind wir unbestritten der weltweite Marktführer für Golfbekleidung.
Genauso freuen mich die Neuzugänge in unserer ohnehin schon eindrucksvollen
Liste von PGA Tour Staff Professionals. Für 2009 haben wir 17 neue Spieler unter
Vertrag genommen. Diese Zahl ist der beste Beweis für die Qualität unserer Produkte.
Mit all diesen starken Initiativen und der vollen Unterstützung des adidas
Konzerns befindet sich TaylorMade-adidas Golf auf dem besten Weg, das führende
Golfunternehmen der Welt zu werden.
Gibt es irgendwelche besonderen Maßnahmen, die Sie ergreifen werden, um die
gegenwärtigen gesamtwirtschaftlichen Schwierigkeiten anzugehen?
In dieser schwierigen Zeit ist es am wichtigsten, wettbewerbsfähig zu bleiben. Und
es ist auch eine Zeit, in der wir im Interesse all unserer Stakeholder Verantwortungsbewusstsein
zeigen müssen. Wir können die Fehler der Finanzmärkte nicht
alleine ausbügeln, das ist auch nicht unser Ziel. Aber dieser Abschwung erinnert
uns auch wieder daran, dass wir in jeder Lage – sei sie gut oder schlecht – stets
nach Wegen suchen sollten, unser Geschäft stärker zu machen.
In einem Konzern unserer Größe ist es enorm wichtig, schneller, schlanker
und effizienter zu werden, und wir suchen kontinuierlich nach neuen Möglichkeiten
zur Effizienzsteigerung. Damit sind wir in diesen Krisenzeiten bereits einen
Schritt voraus. Wie schon erwähnt haben wir in Europa und Lateinamerika ein
gemeinsames operatives Geschäftsmodell für adidas und Reebok eingeführt.
Außerdem haben wir bei adidas vor einem Jahr ein umfangreiches Programm
zur Reduzierung der Komplexität und Steigerung der Effizienz innerhalb der
Marketingorganisation gestartet. Konzernweit haben wir umgehend einige einschneidende
Maßnahmen zur Verbesserung unserer Kostenstruktur ergriffen.
Dazu gehört die Senkung der Reisekosten sowie der Kosten für externe Berater.
Darüber hinaus haben wir einen Einstellungsstopp veranlasst. Zu Beginn dieses
Jahres haben wir unsere Mitarbeiterzahl bei Reebok und TaylorMade in den USA
reduziert und eine Umstrukturierung des Geschäfts von Reebok in Großbritannien
angekündigt.
Kostensenkungen sind jedoch für uns nicht das Allheilmittel in dieser Krise.
Ich bin der Überzeugung, dass die wahren Gewinner der Krise diejenigen sein
werden, die an ihren langfristigen Strategien festhalten und nicht in blinden
Aktionismus verfallen. Wir werden im Jahr 2009 einen dualen Ansatz verfolgen:
Wir werden einerseits alle Kosten, die nicht direkt zu unserem Geschäftserfolg
beitragen, strikt reduzieren und andererseits in unseren künftigen Erfolg investieren.
Der eigene Einzelhandel und die Erweiterung der selbst kontrollierten
Verkaufsflächen stehen dabei ganz oben auf der Liste. Wir werden auch in neue
langfristige Promotion-Partnerschaften sowie in die Infrastrukturprojekte des
Konzerns investieren, um künftige Synergiepotenziale zu schaffen. Mit diesen
Investitionen und einer strikten Kostenkontrolle wird unsere Ausgangssituation
für die Zeit nach der Konjunkturkrise noch stärker sein.
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6