4 Akquisitionen / Abgänge von Tochtergesellschaften sowie Vermögenswerten

Der adidas Konzern übernahm für einen Betrag von 1,2 Mio. € durch den Erwerb der restlichen 50 % der Anteile mit Wirkung zum 1. Januar 2007 die vollständige Kontrolle über die Anteile an der Tochtergesellschaft für die Marke adidas in Finnland, adidas Suomi OY, Helsinki (Finnland). Des Weiteren übernahm der adidas Konzern für einen Betrag von 6 Mio. € durch den Erwerb von weiteren 22,5 % der Anteile mit Wirkung zum 1. Januar 2007 die Kontrolle über 72,5 % der Anteile an der Tochtergesellschaft für die Marke adidas in Griechenland, adidas Hellas A.E., Thessaloniki (Griechenland).

Am 9. November 2007 hat der Konzern die Vermögenswerte und Schulden von Mitchell & Ness im Rahmen eines Asset Deals erworben. Der Kaufpreis in Höhe von 2 Mio. € wurde für Vorräte (1 Mio. €), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1 Mio. €), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-3 Mio. €) und verbleibende sonstige immaterielle Vermögenswerte (3 Mio. €) aufgrund einer vorläufigen Kaufpreisallokation gezahlt.

Mit Wirkung zum 31. Januar 2006 übernahm der adidas Konzern die Kontrolle über Reebok International Ltd. (USA) mit allen direkten und indirekten Beteiligungen. Der Kaufpreis für 100 % der Anteile an Reebok International Ltd. (USA) betrug 3,6 Mrd. US $ (3,0 Mrd. €) und wurde vollständig in bar bezahlt.

 

Die Übernahme hatte die folgenden Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns:

Nettovermögen von Reebok am Zugangsdatum
in Mio. €
  Buchwerte
vor dem
Erwerb
Zeitwert-
anpassung
Zum Erwerb
angesetzter
Beträge
       
Flüssige Mittel 539 539
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 453 453
Vorräte 447 55 502
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 103 – 3 100
Sachanlagen 293 – 33 260
Markenrechte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 68 1.674 1.742
Langfristige Finanzanlagen 4 4
Latente Steueransprüche 198 44 242
Sonstige langfristige Vermögenswerte 16 16
Finanzverbindlichkeiten  – 506  —  – 506
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen  – 109  —  – 109
Rückstellungen für Ertragsteuern – 59  —  – 59
Abgegrenzte Schulden und sonstige Rückstellungen  – 329 – 30  – 359
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten  – 418
 – 418
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen  – 7  —  – 7
Latente Steuerschulden  – 11 – 578  – 589
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten  – 2  —  – 2
Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter – 3

– 3
Nettovermögen  673  1.133  1.806
Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb      1.165
Kaufpreis in bar      2.971
Erworbene flüssige Mittel      539
Zahlungsmittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs      2.432
       
   

Die Buchwerte vor dem Erwerb basierten auf den anzuwendenden IFRS.

Folgende Bewertungsmethoden wurden für die erworbenen Vermögenswerte angewandt: 

-- Vorräte: Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Vorräte wurde wie folgt ermittelt. Zu den Buchwerten wurden die erzielbaren Margen hinzugerechnet. Anschließend wurden noch anfallende Vertriebs-, Werbe- und Verwaltungskosten bis zur Veräußerung sowie ein differenzierter Gewinnabschlag abgezogen (pro rata basis valuation).

-- Sachanlagen: Für die Bewertung von Grundstücken wurde die Vergleichsmethode (comparison method) und damit Marktpreise von vergleichbaren Grundstücken herangezogen. Die Zeitwerte von erworbenen Gebäuden wurden nach dem Ertragswertverfahren (direct capitalization method) ermittelt. Dabei werden von den in der Zukunft erzielbaren Nettomieten Risikoabschläge und anfallende Kosten abgezogen und die so ermittelten Werte abgezinst. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wurde mit Hilfe der fortgeschriebenen Wiederbeschaffungskosten (depreciated replacement cost method) bewertet. Dabei wurden die Wiederbeschaffungspreise durch Indizierung der ursprünglichen Anschaffungskosten ermittelt und unter Anwendung der jeweiligen Abschreibungssätze fortgeschrieben.

-- Markenrechte und sonstige immaterielle Vermögenswerte: Die Bewertung der Markenrechte und der Technologie erfolgte nach der Methode der Lizenzpreisanalogie (Relief-from-royalty method). Dabei wurde der jeweilige beizulegende Zeitwert durch die Diskontierung von ersparten Lizenzentgelten nach Steuern und zuzüglich eines Steuervorteils ermittelt, der sich aus der Abschreibung des erworbenen Vermögenswertes ergibt. Bei der Bewertung der Lizenzvereinbarungen, des Kundenstammes sowie des Auftragsbestandes wurde die Residualwertmethode (Multi-period-excess-earnings method) verwendet. Dabei wurden die jeweiligen zukünftigen Zahlungsströme über die gesamte Vertragslaufzeit identifiziert und von Einflüssen, die nichts mit diesen Vermögenswerten zu tun haben, bereinigt. Die Zahlungsströme wurden auf der Basis der erwarteten Umsätze ermittelt, abzüglich variabler und umsatzabhängiger kalkulatorischer Kosten für die Nutzung dafür benötigter Vermögenswerte. Anschließend wurden die Ergebnisse mit einem spezifischen Zinssatz diskontiert und ein abschreibungsbedingter Steuervorteil hinzugerechnet.

-- Langfristige Finanzanlagen: Für die Bewertung einer Beteiligung wurde ein diskontierter Cashflow verwendet (Discounted cash flow method). Dabei wurden die zukünftigen Cashflows auf den Erwerbszeitpunkt unter Verwendung eines angemessenen Zinssatzes abgezinst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergab sich aus dem Überschuss des gezahlten Kaufpreises über den Saldo der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung der entsprechenden latenten Steuern. Jeder erworbene Vermögenswert, der die Identifikations- und Ansatzkriterien für Vermögenswerte nicht erfüllt hat, wurde im Geschäfts- oder Firmenwert berücksichtigt.

Basierend auf dem erwarteten Synergiepotential bei den Umsatzkosten und operativen Aufwendungen wurde der aus diesem Erwerb entstehende Geschäfts- oder Firmenwert den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten adidas und Reebok in Höhe von 699 Mio. € bzw. 466 Mio. € zugeordnet und in angemessenen funktionalen Währungen umgerechnet.

Hätte diese Übernahme zum 1. Januar 2006 stattgefunden, hätte für 2006 der gesamte Konzernumsatz 10,2 Mrd. € und der Gewinn 448 Mio. € betragen.

Für den Zeitraum von Februar bis Dezember 2006 erzielten die erworbenen Reebok Tochtergesellschaften ein Betriebsergebnis in Höhe von 92 Mio. €. Der Beitrag zum Konzernjahresüberschuss kann aufgrund der fortgeschrittenen Integration der Finanzierungs- und Steueraktivitäten nicht angegeben werden.