WELTWIRTSCHAFTSWACHSTUM LÄSST NACH
Im Jahr 2007
schwächte sich das Weltwirtschaftswachstum im Vergleich
zum Vorjahr leicht ab und erreichte einen Wert von 3,6 %
(2006: 3,8 %). Nach einer hervorragenden Entwicklung im
ersten Halbjahr führten die Turbulenzen an den internationalen
Kapital- und Kreditmärkten infolge der Krise auf
dem US-Hypothekenmarkt im weiteren Jahresverlauf
zu einer
Abschwächung des Wirtschaftswachstums.
In Europa wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Gesamtjahr um 2,9 % (2006: 3,1 %). Für dieses Wachstum waren vor allem die Schwellenländer der Region verantwortlich, deren Zuwachsraten von ca. 6 % die der westeuropäischen Volkswirtschaften erneut übertrafen. In Westeuropa schwächte sich das BIP-Wachstum in den meisten Ländern verglichen mit dem Vorjahr ab. Das Konsumklima in der EU erreichte im Mai 2007 seinen Spitzenwert und schwächte sich im weiteren Jahresverlauf konstant ab.
In den USA verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2007 auf 2,2 % (2006: 2,9 %). Hier wirkte sich die Krise am Immobilienmarkt auch auf andere Bereiche der Wirtschaft aus. Das Vertrauen der US-Konsumenten ging ab den Sommermonaten bis zum November 2007 stetig zurück und fiel auf den niedrigsten Wert seit Ende des Jahres 2005. Hauptgründe für den Rückgang waren der steigende Ölpreis, die Kreditverknappung und ein schwacher Dollar infolge der Immobilienkrise.
Die Konjunktur in den meisten asiatischen Ländern setzte ihren kontinuierlichen Aufschwung fort. Das BIP für die Gesamtregion legte im Jahr 2007 nochmals um 8,6 % zu (2006: ca. 8,5 %). Das Wirtschaftswachstum in China erreichte 11,5 %, während Japan lediglich einen Wert von 1,9 % verzeichnen konnte. Die anderen Schwellenländer der Region erzielten aufgrund einer florierenden Exportwirtschaft Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Das asiatische Konsumklima entwickelte sich mit Ausnahme von Japan positiv.
Die lateinamerikanischen Volkswirtschaften profitierten weiterhin vom deutlichen Anstieg der Rohstoffpreise weltweit sowie von einer stärkeren Exporttätigkeit. Infolgedessen legte das BIP im Jahr 2007 dort um 5,0 % zu (2006: 5,2 %). Das Konsumklima in der Region schwächte sich leicht ab, da eine steigende Zahl von Konsumenten mit hohen Kreditkosten zu kämpfen hatte.
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ENTWICKLUNG DES BRUTTOINLANDSPRODUKTS 1) nach Regionen in % |
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| Quelle: Allianz. | |
| 1) | Reale Veränderung in Prozent im Vorjahresvergleich; 2007: Schätzung. |
QUARTALSWEISE ENTWICKLUNG DES KONSUMENTENVERTRAUENS
nach Regionen
| Q4 2006 |
Q1 2007 |
Q2 2007 |
Q3 2007 |
Q4 2007 |
|
| USA1) | 110,0 | 108,2 | 105,3 | 99,5 | 90,6 |
| Euroland2) | – 6 | – 4 | – 2 | – 6 | – 9 |
| Japan3) | 47,3 | 46,7 | 44,3 | 43,9 | 38,9 |
1) Quelle: Conference Board.
2) Quelle: Europäische Kommission.
3) Quelle: Volks- und Sozialwirtschaftliches Forschungsinstitut der japanischen Regierung.
WECHSELKURSENTWICKLUNG 1)
1 € entspricht
| Durch- schnitts- kurs 2006 |
Q1 2007 |
Q2 2007 |
Q3 2007 |
Q4 2007 |
Durch- schnitts- kurs 2007 |
|
| USD | 1,2562 | 1,3318 | 1,3505 | 1,4179 | 1,4721 | 1,3709 |
| GBP |
0,6820 | 0,6798 | 0,6740 | 0,6968 | 0,7334 | 0,6845 |
| JPY | 146,08 | 157,32 | 166,63 | 163,55 | 164,93 | 161,19 |
1) Kassakurs am Quartalsende.
UNEINHEITLICHE ENTWICKLUNG DER SPORTARTIKELBRANCHE
WELTWEIT
Die Entwicklung in der Sportartikelbranche
weltweit verlief im Jahr 2007 regional uneinheitlich.
Europa entwickelte sich stabil, während sich das Marktumfeld
in den USA weiterhin sehr wettbewerbsintensiv zeigte. Asien
und Lateinamerika leisteten hingegen einen wichtigen Beitrag
zum Wachstum unserer Branche.
EUROPÄISCHE SPORTARTIKELBRANCHE STABIL
Die größten
Sportartikelmärkte Europas verzeichneten gegenüber dem
Vorjahr praktisch unveränderte Umsatzzahlen. Geringfügig
schwächere Umsätze in den westeuropäischen Märkten
wurden
durch stärkere Umsatzzahlen in den Schwellenländern
der Region ausgeglichen. Die niedrigeren Umsätze in Westeuropa
hatten im Wesentlichen zwei Gründe: den Wegfall der
positiven Effekte im Zusammenhang mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ sowie das anhaltend schwierige
Einzelhandelsumfeld in Großbritannien. Der Umsatz im Bereich
Schuhe blieb im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr stabil,
während
der Umsatz bei Bekleidung im niedrigen einstelligen
Bereich zurückging. Grund dafür war vor allem der Wegfall der
im Vorjahr aufgrund der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™
erzielten hohen Absatzzahlen bei Trikots und Replica-Shirts.
Auf Länderebene wurde das Wachstum in Spanien und Frankreich durch das wettbewerbsintensive Marktumfeld in anderen Ländern aufgehoben. Insbesondere in Großbritannien setzte sich der Abschwung fort. Hier schrumpfte das Absatzvolumen. Trotzdem setzte bei den Durchschnittspreisen im Jahresverlauf eine Erholung ein. Auch die durchschnittlichen Verkaufspreise für Schuhe und Bekleidung in anderen Ländern stabilisierten sich.
Auf Kategorieebene profitierte der europäische Markt weiterhin vom Wachstum der Kategorien Outdoor und Lifestyle. Die Kategorie Running wurde durch den anhaltenden Trend hin zu Sport Fusion Modellen negativ beeinflusst, während die Kategorie Fußball aufgrund des Wegfalls der positiven Effekte im Zusammenhang mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ zurückging. Die Entwicklung der einzelnen Vertriebskanäle verlief uneinheitlich. Wachstum im Bereich Schuhe wurde vor allem bei Sportartikeleinzelhändlern erzielt, während im Bereich Bekleidung lediglich die Niedrigpreisanbieter zulegten.
STARKER WETTBEWERB IN US-SPORTARTIKELBRANCHE
Die Sportartikelbranche in Nordamerika war weiterhin von
einer
Verlagerung zu neuen Sport Fusion Modellen geprägt,
deren Absatz kräftig zulegte, während die Kategorien Classics
und Basketball erhebliche Umsatzeinbußen verzeichneten.
Im Jahr 2007 wuchs der Markt für Sportschuhe verglichen mit dem Vorjahr im mittleren einstelligen Bereich, der Bekleidungssektor zeigte sich hingegen praktisch unverändert. Die durchschnittlichen Verkaufspreise der Branche stiegen geringfügig an. Die Kategorien Sport Fusion und vulkanisierte Schuhe legten deutlich zu. Das Einzelhandelsumfeld in der Region blieb insbesondere aufgrund des Preiswettbewerbs bei den Sportartikelketten weiterhin sehr herausfordernd. Das deutlichste Wachstum im Einzelhandel wurde bei den Sportfachhändlern und im Vertriebskanal Family Footwear erzielt.
SPORTARTIKELMARKT IN ASIEN FLORIERT
In Asien erreichte
die Sportartikelbranche im Jahr 2007 Zuwachsraten im
hohen
einstelligen Bereich. Stagnierende Umsätze in Japan
wurden durch kräftiges Wachstum in China und den anderen
Schwellenländern der Region mehr als ausgeglichen. In den
Schwellenländern Asiens stieg der Umsatz bei Sportschuhen
im zweistelligen
Bereich. Vor allem die Kategorien
Running,
Basketball und Training zeichneten für diesen
Zuwachs verantwortlich.
Auch der Bekleidungsumsatz erzielte vor allem
aufgrund von Zuwächsen in der Kategorie Training ein zweistelliges
Wachstum. Die durchschnittlichen Verkaufspreise
blieben in der gesamten Region stabil.
SPORTARTIKELMARKT IN LATEINAMERIKA LEGT ZU
In
Lateinamerika
entwickelte sich die Sportartikelbranche entsprechend
der Gesamtwirtschaft und konnte im Vorjahresvergleich
ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich
vorweisen. Die Umsätze bei Bekleidung und Schuhen legten im
Jahr 2007 verglichen mit dem Vorjahr leicht zu. Dies ist auf die
steigenden Konsumentenausgaben in der Region zurückzuführen.
Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen aufgrund
hoher Inflationsraten
in Argentinien und Venezuela,
während sie in den anderen Ländern der Region stabil blieben.
ADIDAS KONZERN ENTWICKELT SICH BESSER ALS BRANCHE
UND GESAMTWIRTSCHAFT
Der Umsatz des adidas Konzerns
wuchs im Jahr 2007 in allen Regionen außer Nordamerika
schneller als die Gesamtwirtschaft und die Sportartikelbranche.
Verbrauchervertrauen und das BIP-Wachstum sind die aus
gesamtwirtschaftlicher
Sicht betrachtet wichtigsten Indikatoren
dafür, wie förderlich die wirtschaftliche Entwicklung einer
Region für das Wachstum in unserer Branche ist. Die Wirtschaftsleistung
der Sportartikelindustrie ist jedoch oftmals noch
stärker
beeinflusst durch Produkttrends, durch die Entwicklung
wichtiger Sportartikelhändler sowie Trends in Preis- und
Vertriebsstrategie
der Branche.