Von besonderer Bedeutung ist unser Konzernrisiko-Managementhandbuch, das allen Mitarbeitern online zur Verfügung steht. In diesem Handbuch sind die Grundsätze, Verfahren, Instrumente, Risikobereiche und Kompetenzen innerhalb des Konzerns niedergelegt. Ferner sind darin auch die Anforderungen an die Berichterstattung und Kommunikationspflichten festgelegt. Ergänzt wird dieser Top-Down-, Bottom-Up-Ansatz im Risiko- und Chancenmanagement in unserem Konzern, indem wir die operativen und internen Prozesse konzernweit durch unsere Abteilung Global Internal Audit unabhängig überprüfen und bewerten.
Die wichtigsten Elemente unseres Risiko- und Chancenmanagementprozesses sind:
Risiko- und Chancenidentifikation: Wir überwachen fortlaufend
sowohl das gesamtwirtschaftliche Umfeld und die Entwicklungen
in der Sportartikelindustrie als auch interne Prozesse, um
Risiken und Chancen so früh wie möglich zu identifizieren. Die
Geschäftseinheiten auf lokaler und Regionenebene sind hauptverantwortlich
für die Identifikation und das Management der
Risiken und Chancen. Als Hilfestellung für den Identifikationsprozess
hat das zentrale Risikomanagement einen Katalog
potenzieller
Risiken und Chancen für unseren Konzern erstellt.
Zusätzlich zu möglichen finanziellen Auswirkungen von Veränderungen
der allgemeinen gesamtwirtschaftlichen, politischen
und gesellschaftlichen Lage beobachtet jede Geschäftseinheit
aktiv die Entwicklung von Marken, Vertriebskanälen und
Preisen
in unseren Kernmärkten Sport, Freizeit / Lifestyle und
Sport Fusion. Ein Schlüsselelement im Identifikationsprozess
ist die primäre qualitative und quantitative Marktforschung:
Dazu zählen beispielsweise Trendscouting, Konsumentenumfragen
sowie Rückmeldungen unserer Geschäftspartner
und unseres Verkaufsflächennetzes. Unterstützt wird dies
durch weltweite Marktforschung und die Analyse der Wettbewerber.
Dabei wird Sekundärmaterial von Anbietern wie den
Marktforschungsunternehmen NPD Sports Tracking Europe
oder SportsScanInfo analysiert. Außerdem pflegen wir
Beziehungen zu unabhängigen Trend- und Medienagenturen
wie QRC , ICON Added Value und Trendwatching.com. Mit diesem
Prozess versuchen wir, die Märkte, Kategorien, Zielgruppen
und Produkte zu ermitteln, die auf lokaler, Regionen- wie auch
auf globaler Ebene in der Zukunft die größten Wachstumschancen
bieten. Unsere Analysen konzentrieren sich gleichermaßen
auf die Bereiche, in denen Risiken der Marktsättigung
durch zunehmenden Wettbewerb oder einen sich wandelnden
Geschmack der Konsumenten bestehen.
Risiko- und Chancenbeurteilung: Identifizierte Risiken und
Chancen werden hinsichtlich (1) ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit
und (2) ihres potenziellen Ergebnisbeitrags beurteilt.
Der Ergebnisbeitrag wird als Betriebsergebnis vor konzerninternen
Lizenzgebühren definiert. Die Eintrittswahrscheinlichkeit
für einzelne Risiken und Chancen wird mit einer
Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 100 Prozent bewertet. In
diesem Bericht haben wir die Ergebnisse in „hoch“, „mittel“
und „niedrig“ kategorisiert, um für verschiedene Risiko- und
Chancenkategorien eine aggregierte Wahrscheinlichkeit darzustellen.
Da Risiken und Chancen unterschiedliche Merkmale
aufweisen, haben wir verschiedene Methodologien für die
Beurteilung der potenziellen finanziellen Folgen festgelegt.
Das Ausmaß potenzieller Verluste wird fallweise als der Grad
der Ergebnisabweichung von den jüngsten Prognosen gemessen,
unter der Annahme, dass das Risiko in vollem Umfang eintritt.
In dieser Berechnung spiegeln sich auch die Folgen von Maßnahmen
zur Risikokompensation wider. Zur Bewertung ihres
Potenzials werden alle Chancen auf ihre Vermarktungsfähigkeit,
Kommerzialisierbarkeit, mögliche Risiken und den erwarteten
Ergebnisbeitrag hin untersucht. Diesen Ansatz verfolgen wir
auf Konzern- sowie in stärkerem Maße auf Markenebene sowohl
bei längerfristigen strategischen Chancen als auch bei eher
kurzfristigen taktischen und opportunistischen Maßnahmen.
Risiko- und Chancensteuerung: Risiken und Chancen werden
gemäß den Risiko- und Chancenmanagementgrundsätzen des
Konzerns und dem Konzernrisiko-Managementhandbuch
gesteuert.
Die Fachverantwortlichen entscheiden gemeinsam
mit dem zentralen Risikomanagement darüber, welche der
jeweiligen
Risiken wir akzeptieren oder vermeiden und welche
Chancen wir verfolgen. In Ausnahmefällen wird auch der
Vorstand
bzw. der Aufsichtsrat in diesen Prozess einbezogen.
Im Rahmen dieses Prozesses entscheiden wir auch darüber,
welche Maßnahmen zur Kompensierung oder Übertragung von
Risiken ergriffen werden. Um Chancen bestmöglich zu nutzen,
kann es auch erforderlich sein, den Vertrieb zu begrenzen oder
zu reduzieren, um Preis und Margen zu schützen oder die Produktlebensdauer
zu verlängern. In manchen Fällen versuchen
wir zudem, bestimmte Risiken und die Verantwortung für die
Nutzung von Chancen auf Dritte zu übertragen (z.B. durch
Versicherungen,
Outsourcing, Vertriebs- und Lizenzvereinbarungen).
Risiko- und Chancenüberwachung und -controlling: Ein
Hauptziel unseres integrierten Risiko- und Chancenmanagementsystems
ist die Schaffung erhöhter Transparenz bezüglich
Konzernrisiken und -chancen. Gleichzeitig sind wir
bestrebt, den Erfolg unserer Initiativen
zur Risikokompensation
zu messen.
Der Konzern überwacht zentral regelmäßig
jede
dieser
Maßnahmen. Im Besonderen untersucht das zentrale
Risikomanagement regelmäßig den Erfolg der vom operativen
Management ergriffenen Maßnahmen, um Risiken zu
akzeptieren,
zu vermeiden, zu reduzieren
oder zu übertragen.
Bei den Chancen werden die Ziele und Leistungsindikatoren,
die im ursprünglichen
Identifikations-
und Bewertungsprozess
festgelegt wurden, regelmäßig überwacht. Dies erleichtert die
Plausibilitätsprüfung unserer Chancen. Zusätzlich können wir
so unsere Produkte sowie unsere Kommunikations- und Vertriebsstrategien
verbessern
und an laufende Entwicklungen
auf unserem sich rasant verändernden Markt anpassen. Wir
arbeiten
insbesondere eng mit unseren Zulieferpartnern und
Einzelhandelskunden zusammen, um die Auswirkungen
unserer
Wachstums- und Effizienzinitiativen zu überwachen.
Dabei werden die relevanten Informationen zeitnah an die Produkt-,
Marketing- und Controlling-Abteilungen weitergeleitet
Risiko- und Chancenaggregation und -berichterstattung: Das
zentrale Risikomanagement aggregiert die identifizierten Risiken
konzernweit und liefert regelmäßige Berichte an den Vorstand.
Die einzelnen Risiken werden auf der Basis der Summe aller
bewerteten Risiken (als Summe der Eintrittswahrscheinlichkeit
multipliziert mit dem potenziellen Nettoverlust) aggregiert.
Wechselbeziehungen zwischen einzelnen Risiken werden dabei
mit in Betracht gezogen. Risiken mit einer wahrscheinlichen
finanziellen Auswirkung von mindestens 1 Mio. € auf den
erwarteten
Ergebnisbeitrag für das Gesamtjahr werden dem
zentralen Risikomanagement monatlich angezeigt. Darüber
hinaus müssen Risiken mit einer wahrscheinlichen finanziellen
Auswirkung von 5 Mio. € oder mehr dem zentralen Risikomanagement
sofort nach Identifikation angezeigt werden.
Chancen werden als Teil des strategischen Planungs-, Budgetierungs-
und Prognoseprozesses separat aggregiert. Das
Eintreten von Risiken und die Verwirklichung von Geschäftschancen
kann sich entscheidend darauf auswirken, ob wir
unsere
strategischen Ziele erreichen. Daher wird das Management
durch regelmäßige Berichterstattungen ebenso wie
durch bedarfsabhängige Besprechungen auf dem Laufenden
gehalten..






