RISIKEN DURCH STEIGENDE EINSTANDSKOSTEN
Rohstoff- und
Lohnkosten machen etwa 70 % der Umsatzkosten des
Konzerns aus. Vor allem Materialien deren Preis eng mit dem
Ölpreis korreliert, zum Beispiel Gummi, unterliegen dem
Risiko von Preissteigerungen. Da unsere Bestellungen und
Preisverhandlungen gewöhnlich rund sechs Monate vor der
Produktion stattfinden, hat unser Beschaffungsbereich
genügend Einblick und Reaktionszeit, um starke Steigerungen
der Einstandskosten zu bewältigen und einzuplanen.
Wir reduzieren die finanziellen Auswirkungen höherer Beschaffungskosten
auf unsere Produktmargen, indem wir eng mit
unseren Zulieferern zusammenarbeiten, um ihre Produktionseffizienz
zu verbessern und neue Materialien zu finden.
Außerdem haben wir Größenvorteile aus unserem höheren
Beschaffungsvolumen, resultierend aus der Akquisition von
Reebok, ausgenutzt und verbessern fortlaufend unsere Produktionseffizienz.
siehe Global Operations Wir könnten dieses
Risiko auch durch höhere Preise ausgleichen, ein derartiger
Schritt ist jedoch vom jeweiligen Konsumenten- und Einzelhandelsklima
abhängig. Außerdem haben wir mittelfristig
die Möglichkeit, unsere Beschaffungsstruktur anzupassen
und niedrigere Kosten an anderen Standorten auszunutzen.
Wir schätzen die Eintrittswahrscheinlichkeit von Risiken durch steigende Einstandskosten weiterhin als mittel ein. Aufgrund der Zeitdifferenz zwischen Bestellung und Produktion schätzen wir die kurzfristigen finanziellen Auswirkungen infolge steigender Einstandskosten als gering ein. Angesichts des im Jahr 2007 stark gestiegenen Ölpreises, anhaltender Lohn- und Gehaltsinflation in Asien und steigender Frachtkosten haben sich die potenziellen finanziellen Auswirkungen auf mittlere Sicht jedoch verstärkt und könnten mittelschwere Folgen für unsere Profitabilität über das Jahr 2008 hinaus haben.
LIEFERANTENAUSFALLRISIKO
Wir beziehen über 95 % unseres
Produktangebots von unabhängigen Zulieferern, die vorrangig
in Asien ansässig sind.
siehe Global Operations Um das
Lieferantenausfallrisiko zu senken, arbeiten wir mit Zulieferern
zusammen, die für Zuverlässigkeit, Qualität, Innovationsstärke
und ständige Verbesserung stehen. Darüber hinaus haben wir
uns gegen das Risiko von Geschäftsausfällen durch materielle
Schädigungen von Lieferantengelände und -gebäuden bei
unseren Lieferanten versichert. Durch die Zusammenführung
der Beschaffungsbereiche von adidas und Reebok haben wir
die Anzahl unabhängiger Hersteller, mit denen wir zusammenarbeiten,
erheblich reduziert. So konnten wir unsere Beschaffungsstruktur
vereinfachen und uns auf die hochwertigsten
Zulieferer konzentrieren, ohne an Flexibilität oder Wettbewerbsfähigkeit
einzubüßen, und damit unser Risiko reduzieren.
Infolgedessen schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Lieferantenrisiken und das Ausmaß des potenziellen finanziellen Verlusts weiterhin als gering ein.
PRODUKTQUALITÄTSRISIKEN
Der adidas Konzern ist dem
Risiko möglicher Produktmängel ausgesetzt, die zu Verletzungen
bei Konsumenten führen und / oder dem Ansehen unserer
Produkte auf dem Markt schaden können. Zur Verringerung
solcher Risiken führen wir intensive Qualitätskontrollen vor
der Produktion durch und arbeiten während des Produktionsvorgangs
eng mit den Zulieferern zusammen. Darüber hinaus
nehmen wir Zufallskontrollen nach der Lieferung an den
Einzelhandel vor, kommunizieren Produktmängel offen und
sorgen – wenn notwendig – für eine zügige Regulierung bei
Produkthaftungsansprüchen. Im Jahr 2007 haben wir rund
3.400 Eishockeymasken des Modells FSMK, die an Einzelhändler
in Kanada, Europa und den USA geliefert worden
waren, aufgrund von Qualitätsproblemen freiwillig zurückgerufen.
Das Problem trat bei Zufallskontrollen nach Markteinführung
zu Tage, bei denen ein Eishockeypuck mit voller
Geschwindigkeit direkt auf die Schutzmasken gerichtet
wurde. Viele Masken wurden dadurch verbeult und die Beschichtung
blätterte etwas ab. Weder vor noch nach dem
Rückruf wurden Zwischenfälle oder Verletzungen gemeldet.
Unsere Einschätzung dieses Risikos bleibt gegenüber dem Vorjahr unverändert. Wir stufen die Wahrscheinlichkeit bedeutender Produkthaftungsfälle oder weitreichender Rückrufaktionen als niedrig ein. Da wir gegen bedeutende Produkthaftungsfälle versichert sind, schätzen wir die finanziellen Auswirkungen als niedrig ein.
KUNDENRISIKEN
Kundenrisiken entstehen aufgrund unserer
Abhängigkeit von wichtigen Kunden (Key Accounts), die in der
Lage sind, ihre Verhandlungsmacht auszunutzen. Dies könnte
beträchtlichen Druck auf unsere Margen ausüben oder zur
Stornierung von Kundenaufträgen führen. Diese Risiken ergeben
sich nicht nur aufgrund der relativen Größe einiger unserer
wichtigsten Kunden, sondern auch aus unseren begrenzten
Möglichkeiten, auf ihr Geschäft einzuwirken, sowie aus den
externen Einflüssen ihres jeweiligen Konsumentenumfelds.
Um diese Risiken zu verringern, haben wir eine breit angelegte Vertriebsstrategie, die auch den Ausbau der von uns kontrollierten Verkaufsflächen umfasst. Dadurch können wir die negativen Folgen möglicher Umsatzausfälle bei Key Accounts reduzieren. Im Einzelnen war kein Kunde der Marken adidas, Reebok und TaylorMade-adidas Golf im Jahr 2007 für mehr als 10 % der Markenumsätze verantwortlich. Zusätzlich kooperieren wir proaktiv mit wichtigen Handelspartnern, um unsere Umsätze durch neue innovative Initiativen am Point-of-Sale weiter zu optimieren (z.B. unsere Shop-in-Shop-Konzepte bei Dick’s Sporting Goods).
Im Bedarfsfall schränken wir zudem den Vertrieb unserer Marken ein, um das Markenimage bzw. die Produktmargen zu schützen und das Angebot zu verknappen. So beschloss der Konzern z.B. im Laufe des Berichtsjahres, das Produktangebot von Reebok für einen Key Account in Nordamerika zu begrenzen. Diese wichtige, in Shopping Malls vertretene Handelskette hatte Reebok Produkte fortlaufend zu reduzierten Preisen angeboten. Obwohl wir das Geschäft von Reebok über andere Vertriebswege wie z.B. im Sportartikeleinzelhandel gestärkt haben, wird sich dieser Schritt im Jahr 2008 voraussichtlich deutlich negativ auf den Umsatz des Reebok Segments in Nordamerika auswirken. Dennoch sollten die Konsequenzen für den gesamten Ergebnisbeitrag des Konzerns 2008 nur gering sein.
Aufgrund der gegenwärtigen Probleme bei Einzelhändlern in Shopping Malls und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in den USA sehen wir eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit für einen starken Rückgang des Geschäfts mit einem der größten Einzelhändler einer unserer Marken. Ein solcher Fall könnte den Umsatz und die Profitabilität einer Region in mittlerem Ausmaß beeinträchtigen. Auf Konzernebene schätzen wir die finanzielle Auswirkung von Kundenrisiken jedoch weiterhin als gering ein.






