VERWARNUNGSSYSTEM ZUR DURCHSETZUNG DER STANDARDS
Bei einem Verstoß gegen die Arbeitsplatzstandards
ergreifen
wir umgehend alle erforderlichen Maßnahmen,
um
Abhilfe zu schaffen. Unsere Kontrolleure erstellen hierzu
in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung im
Produktionsbetrieb
konkrete, zeitgebundene Aktionspläne.
Wann immer anhaltende und ernsthafte Verstöße auftreten und die Produktionsleitung mangelnde Bereitschaft zur Beseitigung dieser zeigt, versenden wir eine erste offizielle Verwarnung. Dieses Schreiben informiert die Betriebsleitung darüber, dass die Geschäftsbeziehung mit dem adidas Konzern gefährdet ist. Falls innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens keine Verbesserungen vorgenommen wurden, schicken wir eine zweite Verwarnung. Sollte es der Zulieferer auch nach dieser versäumen, geeignete Abhilfemaßnahmen zu treffen, wird er ein drittes und letztes Mal verwarnt. Sofern der Zulieferer auch nach drei Verwarnungen keine Reaktion zeigt, beenden wir die Geschäftsbeziehung üblicherweise mit sofortiger Wirkung.
Bei anhaltenden Verstößen gegen die Arbeitsplatzstandards sehen wir eine Beendigung der Geschäftsbeziehung als letzten Ausweg an. Wenn möglich, bevorzugen wir jedoch eine Fortführung der Geschäftsbeziehung, um Verbesserungen in den Zulieferbetrieben von innen heraus anzustoßen. Im Jahr 2007 haben wir unsere Geschäftsbeziehungen nur mit vier Herstellern weltweit aufgrund der Nichteinhaltung unserer Standards beendet.
SORGFÄLTIGE AUSWAHL VON ZULIEFERERN
Um die Arbeitsbedingungen
in der gesamten Beschaffungskette zu verbessern,
arbeitet unser SEA-Team bei der Auswahl von Zulieferern eng
mit dem Bereich Global Operations zusammen. Das SEA-Team
bewertet alle potenziellen neuen Hersteller; Aufträge an neue
Zulieferer können nur mit der vorherigen Zustimmung des
Teams vergeben werden.
FÖRDERN DER EIGENVERANTWORTUNG DURCH UNTERSTÜTZUNG
VON MANAGEMENTSYSTEMEN
Gute Managementsysteme
helfen Fabriken, ihre täglichen Abläufe zu verbessern
und den Prozess der Internalisierung und Eigenverantwortung
zu fördern. Wir unterstützen unsere Geschäftspartner daher
dabei, Managementsysteme gemäß international anerkannten
Standards aufzubauen. Dazu zählen beispielsweise der Standard
ISO 14001 für Qualitäts- und Umweltmanagement der International
Standardization Organization (ISO) oder der Standard
OHSAS 18001 für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
(Occupational Health and Safety Assessment Series). Wir unterstützen
unsere Zulieferer zudem bei der Einführung von
Personalmanagementsystemen in ihren Produktionsstätten,
um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zu diesen zählen
auch betriebseigene Beschwerdesysteme, die dabei helfen,
Probleme in den Fabriken zu erkennen und zu beheben. Im
Rahmen unserer Aktivitäten zur Durchsetzung von Arbeitsplatzstandards
in den Zulieferbetrieben ermutigen wir Arbeitnehmer
dazu, ihre Rechte zu wahren und sich aktiv an Entscheidungen
zu beteiligen. Im Jahr 2007 waren weltweit 22 Betriebe von
Sportschuhherstellern des adidas Konzerns nach OHSAS 18000
und / oder ISO 14001 zertifiziert. Diese Zulieferer produzierten
rund 75 % unseres Beschaffungsvolumens bei Schuhen.
NACHHALTIGE STANDARDEINHALTUNG DURCH INDIVIDUELL
GESTALTETE SCHULUNGEN
Damit unsere Standards nachhaltig
befolgt werden, halten wir Schulungen für noch wichtiger als
die Fabriküberwachungen und -kontrollen. Unser SEA-Team
bietet daher spezielle Schulungen für Vorgesetzte und Manager
in den Zulieferbetrieben an, um sie bei der Einhaltung unserer
Standards zu unterstützen. Darüber hinaus fördern wir die
Entwicklung nachhaltiger Strukturen, welche die Arbeitnehmer
und die Geschäftsleitung unserer Zulieferer ebenso aktiv mit
einbeziehen wie örtliche Arbeitnehmerorganisationen und
Nicht-Regierungsorganisationen. So werden angemessene
Arbeitsbedingungen zu einem festen Bestandteil der Geschäftsaktivitäten.
Im Jahr 2007 hat das SEA-Team 267 Schulungsmaßnahmen
und Workshops für Zulieferer, Lizenznehmer,
deren Beschäftigte sowie unsere eigenen Konzernmitarbeiter
durchgeführt (2006: 173).
INTERNE ÜBERWACHUNG DURCH INSPEKTION VON PRODUKTIONSSTÄTTEN
Unser SEA-Team inspiziert Herstellerbetriebe
und untersucht, inwieweit unsere Arbeitsplatzstandards
dort eingehalten werden. Hierbei setzen wir innovative Überwachungsmethoden
ein. Beispielsweise untersuchen wir eine
geringere Anzahl von Hauptzulieferern in unserer Beschaffungskette
als früher, kontrollieren diese gleichzeitig aber häufiger
und intensiver. Auf diese Weise können wir das Risiko für einen
Verstoß besser einschätzen und die Verstoßursachen ermitteln.
Anhand einer speziell auf den jeweiligen Betrieb zugeschnittenen
Risikoliste untersuchen unsere Prüfer dessen Leistung. Diese
Einstufung ist verknüpft mit einer Effektivitätsbewertung der
Systeme zur Einhaltung der Standards und der Arbeit derjenigen,
die diese Systeme verwalten. So können wir den Schulungsbedarf
in den Herstellerbetrieben genau ermitteln. Darüber
hinaus
berät unser SEA-Team unsere Geschäftspartner dabei,
wie sie bestehende Verstöße korrigieren und zukünftige Verstöße
verhindern können. Im Jahr 2007 fanden insgesamt 1.007
Betriebsbegehungen auf verschiedenen Stufen unserer Beschaffungskette
statt (2006: 1.101 Besuche). Dabei sprachen die
Mitglieder des SEA-Teams mit Betriebsleitung und Belegschaft,
überprüften Dokumente, inspizierten Fabriken und führten
Schulungen durch.
UNABHÄNGIGE EXTERNE ÜBERWACHUNG ZUR BESTÄTIGUNG
DER GLAUBWÜRDIGKEIT DES SEA-PROGRAMMS
Durch unabhängige
Bewertungen von Dritten können wir die Glaubwürdigkeit
unseres internen Programms nachweisen und unseren
Stakeholdern extern verifizierte Informationen vorlegen. Seit
1999 sind wir Mitglied der FLA, einer Organisation ohne Erwerbscharakter
bestehend aus Privatunternehmen, Nicht-Regierungsorganisationen
und Universitäten. Als FLA-Mitglied unterliegt
der adidas Konzern der Überwachung durch unabhängige
Kontrolleure und ist zur Teilnahme am Beschwerdesystem und
der öffentlichen Berichterstattung der FLA verpflichtet. Die
FLA veröffentlicht einen Jahresbericht, der ein transparentes
System zur Bewertung seiner Mitglieder beinhaltet. Sowohl
das Überwachungsprogramm von adidas (im Jahr 2005) als auch
das von Reebok (im Jahr 2004) wurden von der FLA akkreditiert.
Im Jahr 2007 übernahm der adidas Konzern als Gesamtunternehmen
die FLA-Mitgliedschaft. Die nächste FLA-Bewertung
und erneute Akkreditierung unseres Überwachungsprogramms
ist für das Jahr 2008 angesetzt. Seit unserem FLA-Beitritt
wurden bei unseren Zulieferern über 200 unabhängige externe
Überwachungskontrollen und Nachprüfungen durchgeführt.
Im Jahr 2007 fanden insgesamt 12 Überwachungskontrollen
(2006: 35) und 3 unabhängige Nachprüfungen (2006: 8) durch
die FLA statt.






